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Sonntag, 25. März 2012

Land der Äcker

Die Bundesliga-Trainer beschweren sich über die mangelnde Qualität der Plätze in Innsbruck, Kapfenberg und Hütteldorf. Gerade in diesen Minuten kann sich der Zuschauer auf Sky über den unrühmlichen Rasen am Tivoli fremdschämen. Gerechtfertigt wird der inakzeptable Zustand der Plätze mit dem Argument des Fehlens der nötigen finanziellen Mittel. Dass die exemplarisch angeführten Methoden aus England, wo mit Infrarotstrahlern gearbeitet, oder Deutschland, wo der Rasen zweimal pro Saison schlicht gewechselt wird, nicht zwingend notwendig wären, zeigen zahlreiche Beispiele aus unteren österreichischen Klassen. In den Sky-Berichten wurde schließlich eine Summe von 70.000 Euro genannt, welche zur „Restauration“ des Innsbrucker Geläufs nötig wären. Präventiv könnte auch bloß die Rasenheizung für eine einstellige Tausender-Summe pro Tag laufen. Hierfür müssten die Vereine ihre Kader um einen Spieler mit einem Monatsgehalt von etwas unter 5.000 Euro brutto reduzieren. Dies scheint ein uneinbringbarer Kompromiss für eine funktionierende Infrastruktur.

Donnerstag, 1. März 2012

Kapfenberg und Kharkiw

Kharkiw sei nur Peripherie. Geografisch und im Bezug auf Europa mag dies stimmen. Im Fußballgeschäft spielt Metalist jedoch eine bedeutendere Rolle als österreichische Vertreter. Hört sich hart an, ist aber so. Leider. Seit dem Einstieg von Dietrich Mateschitz in Salzburg hat der Mäzen hunderte Millionen Euro in den Fußball investiert. Rausgekommen ist noch nicht viel. Die angestrebte nationale Dominanz wurde bislang nicht erreicht. Und der internationale Durchbruch scheiterte nun bereits zum zweiten Mal je in der Runde der letzten Zweiunddreißig. Dass in Kolumnen über Metalist abfällig als eine südamerikanische Legionärself berichtet wurde, ist angesichts der auf Salzburger Seiten nicht bedeutend geringeren Anzahl an Gastarbeitern, paradox. War aber wohl mehr der Neid, dass Mäzen Olexandr Jaroslawsky Spieler aus Argentinien und Brasilien importiert, welche durchaus noch Potenzial haben. Im Gegenteil zu den Red-Bull-Spielern, welche in der Bundesliga oder Eredivisie kein Leiberl mehr hatten.

Transfertechnisch mehr Konzept beweist sogar der Rest der hiesigen Liga. Klammert man mal den winterlichen Kaufanfall Kapfenbergs aus. Wobei in der Obersteiermark reger Aktionismus die letzte Hoffnung dem Abstieg zu entrinnen zu sein scheint. Gegen die Austria hat’s jedenfalls genügt. Wobei am Verteilerkreis wiederum, nach den Verkäufen von Junuzovic und Barazite, eine Winterschlaf ähnliche Lethargie zu erkennen war. Im Grunde hat das Credo „Ja zu A“ aber national Einzug gefunden. Was in den vergangenen Monaten sogar der Deutschen Bundesliga zum Vorteil wurde. Und schließlich - im gestrigen Spiel gegen Finnland zumindest in ersten Ansätzen - auch dem Nationalteam. Und irgendwann könnten sich Mattersburg (5 Legionäre), Innsbruck (6) - und wenn sie die Liga halten – auch Kapfenberg (mittlerweile 11) anstatt der Gastarbeiter ja dann auch die Rasenheizung leisten…

Dienstag, 6. Dezember 2011

Bis zur Torlinie und nicht weiter

Selbst den Zeitungen dürfte die Lust vergangen sein zu betonen, dass Peter Schöttel im x-ten Spiel die x-te verschiedene Startformation ins Rennen um Punkte schickte. Wenn auch in Kapfenberg wieder mit etlichen Personalien jongliert wurde, das taktische Grundkonzept dürfte der Rekordrapidler nach gut der Hälfte der Meisterschaft gefunden haben. Dass Rapid ohne Europacupbelastung gegen den Stadtrivalen, Meister oder Krösus aus Salzburg die Nase schon zu Beginn der Saison vorne haben wird, hofften viele. Der Trainerwechsel und sicherlich auch wieder der ein oder andere Spielerverkauf fielen jedoch schwerer ins Gewicht als anfangs vermutet. Aus der Krise dürften sich die Grün-Weißen mittlerweile gekämpft haben, wenn sie überhaupt jemals dort waren. Auch in den Anfangsmonaten Schöttels Vorgänger Pacult und Hickersberger überzeugte Rapid nicht gerade mit meisterlichen Leistungen. Und gefeit von Krankheit und Verletzung waren die Hütteldorfer im Herbst auch nicht gerade. Diesmal erlag Außenstürmer Christopher Trimmel und Außenverteidiger Michael Schimpelsberger der Grippe.

Weil Christopher Drazan eine Sperre absaß, musste Schöttel die komplette Flügelzange wechseln; die Ersatzmänner Burgstaller und Alar hegten in den Anfangsminuten große Erwartungen, dass der - einer von vielen - Tabellenführer das Schlusslicht förmlich fressen würde. Neo-Trainer Thomas von Heesen rotierte gegenüber der 0:6-Pleite vom letzten Wochenende aber im großen Stil und ließ nur drei Spieler auf deren Position. Der Trainerwechsel und die angesprochene Niederlage sollten bei den Kapfenbergern Kräfte freisetzen, um sich gegen den Abstieg weiter zu wehren. Weiters ersetzte im Hütteldorfer Mittelfeld der wieder einmal aufopferungsvoll kämpfende Kulovits den ebenfalls gesperrten Finnen Heikkinen.

Insgesamt war das Spiel von einem ansehnlichen Tempo geprägt, wobei sich der Tabellenletzte nicht versteckte und dank einer schwammigen Rapid-Defensive durch Tieber und Gregoritsch im ersten Durchgang zu zwei hoffnungsvollen Schussmöglichkeiten kam. Ersterer schloss jedoch zu hektisch ab, gegen Zweiteren konnte Königshofer aus kurzer Distanz toll parieren. Die rechte Abwehrseite war auf Grund des offensiv agierenden Thonhofer etwas löchrig; zudem strahlte Sonnleitner bei mehreren Duellen nicht sehr viel Sicherheit aus. Wegen einer Gesichtsverletzung musste Hofmann bereits früh vom Feld und wurde von Gartler ersetzt, der kurz vor dem Pausenpfiff alleine auf Schlussmann Wolf zu lief, jedoch im Abschluss zu locker agierte. Ein Schuss von der Strafraumgrenze von Prager und ein Stangelpass von Burgstaller stellten weitere nennenswerte Offensivmomente der Wiener dar, strahlten aber nur bedingt Gefahr aus. Dass Hofmann schon früh aus dem Spiel genommen wurde, tat der Hütteldorfer Kreativität einen jehen Abbruch, zumal Burgstaller nach wie vor über die Flanken agierte - und mit Alar immer wieder rouchierte - und Gartler im Zentrum nur gelegentlich spielerische Akzente setzten konnte.

Im zweiten Durchgang bemühten sich die Gäste aus Wien den direkteren Abschluss zu suchen, was zahlreiche Chancen belegen. Lediglich die Effizienz im Verwerten der Möglichkeiten bleibt zu bekritteln, was jedoch bereits seit Monaten ein Problem des Rekordmeisters darstellt. Kapfenberg stand nun tief und konnte nur noch einen einzigen Entlastungsangriff in der zweiten Spielzeit setzen, Elsnegs Schuss konnte aber vom tadellosen, aber unterbeschäftigten Königshofer entschärft werden. Prager interpretierte im zweiten Durchgang die Rolle als Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive nicht schlecht und tauchte sogar mehrmals im gegnerischen Strafraum auf. Zudem orientierte sich Alar durch Soli immer wieder in das Spielfeldzentrum und riss so Räume für den aufrückenden Thonhofer auf. Überhaupt agierten beide Außenverteidiger ungewohnt offensiv. Dass Salihis vergebener Sitzer knapp vor Schluss der peinliche Gipfel der Inneffizienz ist, muss wohl nicht weiter erläutert werden. Das spielerische Attribut war bei den Gästen trotz des Ausfalls der kompletten Stammbesetzung im offensiven Mittelfeld vorhanden. Dass in den Schlussminuten hauptsächlich nur noch mit hohen Bällen operiert wurde, der lange Nuhiu jedoch zwanzig Minuten zuvor von Trainer Schöttel zum Duschen geschickt wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar. Dass am Samstagabend aber auch die restlichen drei Tabellenführer nicht über ein Remis hinauskamen, lässt die Hütteldorfer trotz dieses Unentschiedens weiterhoffen, um an der Tabellenspitze überwintern zu können.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Österreichs Eurovision lebt!

Trio im Euro-Fieber: Austria, Sturm & Salzburg

GLORY DAY. Die ÖFB-Klubs erobern einen fünften EC-Startplatz und mischen beim Thriller um einen CL-Fixplatz 2014 voll mit.

So ein Tag, so wunderschön wie heute!" durften Österreichs Fußballfans am Donnerstag singen. Es war ein „Glory Day“ für den österreichischen Fußball, der so schnell auch nicht vergehen dürfte. Satte 1,5 Punkte brachten die jüngsten Europa-League-Siege von Sturm, Austria und Salzburg für die 5-Jahres-Wertung.

Zweiter CL-Quali-Platz. Was die SportWoche bereits in der Coverstory in Heft 34 ankündigte, steht nun so gut wie fest. Österreich darf ab 2013 mit einem fünften Verein im Europacup und einem zweiten Klub in der Champions-League-Quali antreten. Denn: Österreich wird diese Saison in der 5-Jahres-Wertung in den Top-15 abschließen. Realistisch gesehen könnte nur Zypern dieses Szenario verhindern. Dafür müsste Apoel Nikosia aber zumindest ins Champions-League-Viertelfinale vorstoßen und die ÖFB-Klubs gleichzeitig praktisch alle übrigen Spiele verlieren.

CL-Fixplatz 2014? Ebenso wenig wahrscheinlich ist allerdings, dass Österreich schon für 2013 einen Fixplatz in der Champions-League erobert. Dafür müssten die rot-weißroten Eurofighter in der 5-Jahres-Wertung in die Top-13 vordringen, die Schweiz weiter hinter sich lassen und Dänemark überholen. Auf die Dänen fehlen uns derzeit 2,850 Zähler. Aufholbar ist dieser Polster heuer nur, wenn Kopenhagen und Odense das Europa-League-Achtelfinale verpassen und gleichzeitig zumindest zwei ÖFB-Klubs die Gruppenphase überstehen. Dafür ist Österreich im Rennen um einen CL-Fixplatz 2014 voll dabei.

Ein Thriller um die Plätze. Die Ausgangsposition könnte spannender nicht sein. Nächstes Jahr fallen in der 5-Jahres-Wertung die Punkte von 2007/08 heraus. Damit schließt Österreich (hat in dieser Saison kaum Punkte zu verteidigen) automatisch auf die schärfsten Rivalen um einen CL-Fixplatz auf. Türkei, Griechenland, Belgien, Dänemark und die Schweiz gilt es heuer und 2012/13 im Europacup abzuhängen bzw. zumindest mit diesen Nationen mitzuhalten. Gefährlich könnte langfristig auch noch Israel werden, die mit Maccabi Haifa, Hapoel Tel Aviv und Maccabi Tel Aviv in der Europa League vertreten sind und (ähnlich wie Österreich) kaum Punkte aus der Saison 2007/08 (2,375) zu verteidigen haben. Im direkten Vergleich mit unseren härtesten Gegnern um einen Top-13-Platz schneiden wir bisher hervorragend ab.

Belgischer Traumstart. Von den CL-Fixplatz-Kandidaten 2014 haben heuer nur die Belgier noch mehr Punkte als Österreich für die 5-Jahres-Wertung erobert. Alle belgischen Europa-League-Starter (Anderlecht, Lüttich und Brügge) führen ihre Europa-League-Gruppe an. Mit dieser Top-Performance hat Belgien seinen CL-Fixplatz für 2013 abgesichert und Österreich vorerst auf Distanz gehalten. Weggebrochen sind hingegen die Dänen, die im Rennen um einen CL-Fixplatz 2014 weitere 1,975 Zähler (durch die herausfallenden Punkte 2007/08) auf Österreich verlieren und netto nur noch einen Punkt vor den ÖFB-Klubs liegen. Die vom Wettskandal gebeutelte Türkei kann nur mit einem Lauf von Trabzonspor in der Champions League einen Absturz im Ranking verhindern. Auch die Griechen kämpfen mit einem Tief.



Quelle: SportWoche von Dienstag, 04. Oktober 2011; Seite 14

Mittwoch, 11. Mai 2011

The Weakest Link

Im englischen Fernsehen gibt es eine Quizshow mit demselben Namen. Ziel des Spiels ist es als Gruppe durch Wissensfragen so viel Geld wie möglich zu sammeln. Zum Ende jeder Runde wird ein Spieler von seinem Team abgewählt und jener, der übrig bleibt, gewinnt die ganze Marie. Im Deutschen - vielleicht auch im Englischen - gibt es eine Redewendung, „die Gruppe ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“.

Während in Europas Topligen je ein Klub - oder maximal ein Duo – das Tableau überlegen anführt, sei es nun Dortmund, Milan, Manchester United/Chelsea oder Barca/Real, spielt in Österreich lange Zeit die halbe Liga um den Titel. Die Ligastärke aber auf die Qualität der Ligaspitze zu minimieren, finde ich etwas gar kurzsichtig. In Zeiten der Abramowitschs und Mateschitz’ kann man sich Erfolg ja ohnehin leicht erkaufen, sollte man meinen. Zumindest der Sprung ins Spitzenfeld gelingt aber jedenfalls, bestes Beispiel Manchester City. Die Homogenität im Abstiegskampf ist da, denke ich, eine weit intaktere. Denn in den Tiefen der Abstiegssümpfe gibt es nur selten Scheichs aus Emiraten, die ihr scheinbar überflüssiges Geld in Dorfklubs oder Vereine aus tristen Industrieperipherien pulvern. Der FC Malaga möge da ein Gegenbeweis sein, aber immerhin bestätigen Ausnahmen ja die Regel (und ist Malaga ja auch ein schönes Städtchen!). Dementsprechend könnte man die Qualität einer Liga ja wohl am ehesten an der Attraktivität und Ausgeglichenheit ihres Abstiegskampfes messen. Wenige irrationale finanzielle Einflussfaktoren von Außen, lassen das Rennen um la salvezza, wie der Ligaverbleib in Italien genannt wird, noch authentisch bleiben.

Doch wie sieht authentischer Abstiegskampf aus? Ich habe mir die Abstiegskämpfe der letzten vier Spielzeiten und der aktuellen aus England, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, der Schweiz und natürlich Österreich angesehen und ein wenig analysiert. Stichtag ist genau jener Spieltag, den wir momentan in den jeweiligen Ligen haben, umso die Zahlen vergleichen zu können. Und aufgefallen ist, dass keiner der sieben Abstiegskämpfe so langweilig ist, wie jener in der österreichischen Bundesliga. Der abgeschlagene Letzte ist aber kein österreichisches Phänomen. Vor allem in Frankreich ist dies gut erkennbar, wo heuer mit Arles (26 Punkte Rückstand ans rettende Ufer), vor zwei Jahren mit Le Havre (9) und das Jahr zuvor mit Metz (18) jeweils Aufsteiger gnadenlose Rückstande gegenüber der Konkurrenz aufrissen. Vorige Saison hatte überdies Grenoble vier Spieltage vor Schluss einen 17-Punkte-Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Ein weiteres französisches Unikum ist, dass beinahe die halbe Liga im Abstiegsschlammassel steckt. Sicher muss man nun etwas vorsichtig sein; wenn man sich die aktuelle Tabelle ansieht, fällt aber auf, dass – den Spielplan nicht berücksichtigt – sogar der Sechste, Sochaux, reintheoretisch noch absteigen könnte.

In Deutschland wie in Italien ist der Abstiegskampf nicht minder turbulent. Was in Deutschland auffällt ist, dass selbst der Vorletzte zum letzten Spieltag meist noch Chancen auf den Ligaverbleib hat. Zum selben Zeitpunkt hatten in Italien (hier waren noch zwei Spieltage verbleibend) vergleichsweise nur zwei Teams dieselbe Chance (Reggina in der Saison 08/09 und Empoli im Jahr davor). Was in Italien eher auffällt ist die geringe Fluktuation im Abstiegskampf. Mit Parma, Bologna, Catania, Livorno, Torino oder Reggina gibt es gleich sechs Mannschaften die in den letzten vier Jahren und heuer gleich dreimal in Abstiegsnöte geraten waren oder sogar von selbigem ereilt wurden.

England und Spanien zeigen aber wohl die beeindruckendsten Abstiegsspektakel. In beiden Ländern haben selbst die Vorletzten noch zwei Spieltage vor Schluss zu achtzig bzw. sechzig Prozent eine theoretische Chance; der Achtzehnte ist in vier von fünf Fällen sogar nur maximal einen Punkt unter dem Strich. Bei den Letztplatzierten gibt es keine klare Tendenz. Portsmouth mit 18, Derby mit 22 und Watford mit immerhin noch elf Punkten Rückstand (zwei Spieltage vor Ende der Meisterschaft) waren schon arg abgeschlagen, der heurige Letzte West Ham oder vor zwei Jahren West Brom haben/hatten vergleichsweise minimale vier bzw. drei Zähler Rückstand. In Spanien ein ähnliches Bild: Almeria hat heuer bereits 14 Punkte Rückstand, Levante hatte 2008 ebenso viele, Gimnastic ein Jahr davor zwei weniger. Ein weiteres Indiz für einen spannenden Abstiegskampf sind die teilnehmenden Mannschaften. Auf der Insel, genauso wie in Spanien, sind etwa sechs bis sieben Mannschaften, also gut ein Drittel der ganzen Liga zum Ende der Saison nach wie vor in Turbulenzen.

Um zu enttäuschen muss die T-Mobile-Bundesliga den Vergleich mit den großen Ligen aber erst gar nicht antreten. Die schweizerische Super League beweist uns genauso, dass es auch anders ginge. Ebenfalls eine Zehnerliga, steigt auch der Letzte fix ab, der Vorletzte spielt allerdings in einer Barrage gegen den Zweiten aus der zweiten Liga. Ob sich aktuell Mattersburg gegen Altach durchsetzen würde? Der Letzte war in der Schweiz nicht minder oft mit nicht minder großen Punkteabstand abgeschlagen wie bei uns; durch die Relegation gestaltete der Neunte aber einen, wenn auch inszenierten, Abstiegskampf etwas spannender. So hatte lediglich vorige Saison Bellinzona einen Batzenrückstand als Vorletzter auf den Achten; ansonsten betrug dieser zum letzten Mal 06/07 mehr als zwei Punkte, bei immer noch vier verbleibenden Paarungen. Der Rest der Super League tat ihr bestes nicht unter den Strich zu rutschen, heuer sind nach wie vor der Achte Xamax und theoretisch auch noch der Siebte Grasshoppers in Abstiegsgefahr.

In unserer Liga ist wohl die Grüppchenbildung eine Spezialität. Die Endtabelle der vergangenen Meisterschaft zeigte das Spitzentrio Red Bull, Austria und Rapid innerhalb von drei Punkten. Sturm hatte als Vierter schon 15 Punkte Rückstand auf Rapid, Magna wiederum elf auf Sturm. Mattersburg und der LASK lagen dann beide bei 41 und 40 Zählern, Ried bei 38 zusammen, Kapfenberg dann aber wieder weiter zurück mit 33. Der Abstieg der Kärntner mit mickrigen 15 Zählern war schon zur Winterpause beschlossene Sache.

Lösungen oder ob man überhaupt eine Lösung für den fehlenden Abstiegskampf braucht, ob man überhaupt einen Abstiegskampf braucht, amerikanische Vorbilder ohne Abstieg, traurig aber wahr, es wurde alles schon diskutiert. Ich denke, dass es dem österreichischen Fußball gut tun würde, mehr Fluktuation in die Liga zu bringen. Die finanzielle Sicherheit der Klubs muss gleichzeitig aber gegeben werden, sonst erhöht sich die Zahl der Insolvenzen genauso.