Montag, 24. Oktober 2011
Freitag, 21. Oktober 2011
Tulpen gegen Veilchen
Rapid darf sich am Sonntag warm anziehen. Der Stadtrivale zeigte gestern Abend beim niederländischen Tabellenführer Alkmaar eine ansehnliche Leistung, die beinahe sogar mit drei Punkten belohnt wurde. Die violette Defensive konnte dem Druck schlussendlich aber nicht Stand halten.
Zudem sei gesagt, dass besonders die AZ-Offensive - bis auf die Anfangsphase - im ersten Durchgang blass blieb. Das Sturmtrio Beerens-Benschop-Gudmundsson war bei seinen Bewachern sehr gut aufgehoben. Die Wiener standen besonders in der Defensive kompakt, unter anderem auch, weil die gesamte Elf beim Verteidigen half. Und immer wieder konnten die quirligen und technisch starken Junuzovic, Jun und, ganz besonders, Barazite einen Konter fahren. Die Führung für die Gäste gelang allerdings durch ein Eigentor des Innenverteidiger Marcellis, der den Ball nach einer Ecke unhaltbar ins eigene Netz abfälschte.
Dass Karl Daxbacher seine Mannschaft aber auch im Offensivspiel taktisch gut eingestellt hatte, bewies nur wenige Momente später das 0:2. Ein schöner Lochpass auf Barazite, ermöglichte dem Niederländer den Ball in den Rückraum abzulegen. Wie einstudiert, stand dort bereits Jun, dessen Schuss allerdings von der Abwehr geblockt wurde. Den Abpraller ließ sich der junge Gorgon nicht nehmen.
Mit der Wut im Bauch kam die Mannschaft von Gertjan Verbeek aus der Kabine. Auch die Fans versuchten die Mannschaft nach Wiederanpfiff noch einmal zu pushen. Dabei möge nicht unerwähnt bleiben, dass der Erfinder dieser in Alkmaar und Salzburg benutzten „Klatschersatzdinger“ in der Hölle schmoren möge. Die Unterstützung von den Rängen stellte sich allerdings nach einer Viertelstunde ohne niederländischem Torerfolg wieder ein. Die Defensive der Violetten stand gut, bis hierher.
Bis auf ein korrekterweise wegen Abseits aberkanntes Tor und einen Weitschuss von Barazite vollbrachte die Offensive im zweiten Spielabschnitt nichts Nennenswertes. Der Anschlusstreffer in der 80. Minute offenbarte aber Folgen einer bis dahin defensiv guten Leistung. Zumal sich die Mannschaft bereits in Malmö zu früh auf das Absichern des Vorsprungs konzentrierte, tat sie es gestern erneut; dem schnelleren und taktisch höheren Niveau zollte die violette Defensive mit Konzentrationsmängeln in der Schlussphase Tribut. So verlagerte AZ mit einem Pass im Mittelfeld bereits früh das Spiel auf den rechten Flügel. Die violette Defensive verschob allerdings erst gegen den Ball, als Lewis bereits in den Strafraum eindrang. Den Stanglpass drückte schließlich Hlinka über die eigene Linie.
Der Knackpunkt in einer Partie, in der AZ wohl aus eigenen Kräften nicht mehr zurück gekommen wäre, weil die Defensive des Bundesligisten bis auf diese eine Situation gut stand. Verunsicherung machte sich in der Folge bei den Innenverteidigern Ortlechner und Margreiter breit. Und nur drei Minuten später scherzelte Wernblom den Ball zum zweiten Mal vorbei an Torwart Grünwald, diesmal nach einer Ecke. Die Niederländer drückten noch auf das Siegtor, erneut Wernblom verpasste die Kugel aber um Haaresbreite allein vor Grünwald.
Unterm Strich verkauften sich die Favoritner gegen den niederländischen Tabellenführer teuer. Im ersten Durchgang waren sie das bessere Team. In der zweiten Hälfte wurde AZ seiner Favoritenrolle schon eher gerecht und legte das Image, eines überheblichen Bengels ab. Verbeeks Jungs trauten sich offensiv mehr zu, standen insgesamt höher und nagelten ihre Gegner bereits am Sechzehner fest. Auch das Kurzpassspiel klappte nach Seitenwechsel besser, während in den ersten fünfundvierzig Minuten oftmals, untypisch für niederländische Mannschaften, mit langen Bällen operiert wurde. Da die violette Defensive aber vor allem im Zentrum äußerst kompakt stand und den eigenen Strafraum stets unter Kontrolle hielt, kann man von einem unnötigen Punktverlust sprechen. Auch, dass Daxbacher nach dem ersten Verlusttor nicht mit etwaigen Spielerwechseln etwas Elan aus dem Angriffsspiel der Niederländer nahm, sei zu bekritteln.
Zudem sei gesagt, dass besonders die AZ-Offensive - bis auf die Anfangsphase - im ersten Durchgang blass blieb. Das Sturmtrio Beerens-Benschop-Gudmundsson war bei seinen Bewachern sehr gut aufgehoben. Die Wiener standen besonders in der Defensive kompakt, unter anderem auch, weil die gesamte Elf beim Verteidigen half. Und immer wieder konnten die quirligen und technisch starken Junuzovic, Jun und, ganz besonders, Barazite einen Konter fahren. Die Führung für die Gäste gelang allerdings durch ein Eigentor des Innenverteidiger Marcellis, der den Ball nach einer Ecke unhaltbar ins eigene Netz abfälschte.
Dass Karl Daxbacher seine Mannschaft aber auch im Offensivspiel taktisch gut eingestellt hatte, bewies nur wenige Momente später das 0:2. Ein schöner Lochpass auf Barazite, ermöglichte dem Niederländer den Ball in den Rückraum abzulegen. Wie einstudiert, stand dort bereits Jun, dessen Schuss allerdings von der Abwehr geblockt wurde. Den Abpraller ließ sich der junge Gorgon nicht nehmen.
Mit der Wut im Bauch kam die Mannschaft von Gertjan Verbeek aus der Kabine. Auch die Fans versuchten die Mannschaft nach Wiederanpfiff noch einmal zu pushen. Dabei möge nicht unerwähnt bleiben, dass der Erfinder dieser in Alkmaar und Salzburg benutzten „Klatschersatzdinger“ in der Hölle schmoren möge. Die Unterstützung von den Rängen stellte sich allerdings nach einer Viertelstunde ohne niederländischem Torerfolg wieder ein. Die Defensive der Violetten stand gut, bis hierher.
Bis auf ein korrekterweise wegen Abseits aberkanntes Tor und einen Weitschuss von Barazite vollbrachte die Offensive im zweiten Spielabschnitt nichts Nennenswertes. Der Anschlusstreffer in der 80. Minute offenbarte aber Folgen einer bis dahin defensiv guten Leistung. Zumal sich die Mannschaft bereits in Malmö zu früh auf das Absichern des Vorsprungs konzentrierte, tat sie es gestern erneut; dem schnelleren und taktisch höheren Niveau zollte die violette Defensive mit Konzentrationsmängeln in der Schlussphase Tribut. So verlagerte AZ mit einem Pass im Mittelfeld bereits früh das Spiel auf den rechten Flügel. Die violette Defensive verschob allerdings erst gegen den Ball, als Lewis bereits in den Strafraum eindrang. Den Stanglpass drückte schließlich Hlinka über die eigene Linie.
Der Knackpunkt in einer Partie, in der AZ wohl aus eigenen Kräften nicht mehr zurück gekommen wäre, weil die Defensive des Bundesligisten bis auf diese eine Situation gut stand. Verunsicherung machte sich in der Folge bei den Innenverteidigern Ortlechner und Margreiter breit. Und nur drei Minuten später scherzelte Wernblom den Ball zum zweiten Mal vorbei an Torwart Grünwald, diesmal nach einer Ecke. Die Niederländer drückten noch auf das Siegtor, erneut Wernblom verpasste die Kugel aber um Haaresbreite allein vor Grünwald.
Unterm Strich verkauften sich die Favoritner gegen den niederländischen Tabellenführer teuer. Im ersten Durchgang waren sie das bessere Team. In der zweiten Hälfte wurde AZ seiner Favoritenrolle schon eher gerecht und legte das Image, eines überheblichen Bengels ab. Verbeeks Jungs trauten sich offensiv mehr zu, standen insgesamt höher und nagelten ihre Gegner bereits am Sechzehner fest. Auch das Kurzpassspiel klappte nach Seitenwechsel besser, während in den ersten fünfundvierzig Minuten oftmals, untypisch für niederländische Mannschaften, mit langen Bällen operiert wurde. Da die violette Defensive aber vor allem im Zentrum äußerst kompakt stand und den eigenen Strafraum stets unter Kontrolle hielt, kann man von einem unnötigen Punktverlust sprechen. Auch, dass Daxbacher nach dem ersten Verlusttor nicht mit etwaigen Spielerwechseln etwas Elan aus dem Angriffsspiel der Niederländer nahm, sei zu bekritteln.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Stadionbau: Ein bisschen Spektakel ist erwünscht
Die Fußball-WM in Katar findet zwar erst 2022 statt - über die Stadien-Neubauten wird aber schon heute diskutiert. Zwei Architekten über Sinn und Zweck solcher Bauten.
Es gibt Fußballstadien, die schauen aus wie Fußballstadien. Und dann gibt es welche, die vor allem eines sind: spektakulär. Die Stadien, die für die WM 2022 in Katar gebaut werden, fallen in die zweite Kategorie. Entworfen wurden sie vom Frankfurter Architekturbüro Albert Speer. Doch wer braucht solche (sportlichen) Kunstwerke? Und wie viel Eitelkeit seitens der Architekten ist hier im Spiel? Antworten auf diese Fragen lieferten Andreas Hild von Hild und K Architekten in München und Axel Bienhaus vom Architekturbüro Albert Speer auf der Expo Real.
„Das Problem ist das Denken in Bildern“, sagt Hild, der diese „Spektakulär-Architektur“ kritisch sieht. „Was ein Gebäude können muss, das zählt nicht - sondern nur, wie es ausschaut.“ Er ist überzeugt: „Auf Spektakularität können wir verzichten.“ Bewährte Architektur kann durch solche Projekte nicht ersetzt werden. „Zwischendurch kann das mal sein, etwa um eine Vision zu formulieren“, sagt Hild.
Wie bewohnbar ist das?
Bienhaus sieht das ähnlich. „In erster Linie kommt es darauf an, welche Funktion ein Objekt erfüllen muss. Bei vielen Projekten frage ich mich aber: Was können die? Warum muss das Haus schwimmen? Wie bewohnbar ist das?“ Laut Hild muss zukunftsweisende Architektur in der Lage sein, Dinge am Standard zu lösen. „Bevor wir Städte in den Untergrund oder auf das Wasser legen, sollten wir die städtebaulichen Probleme von heute lösen.“
Doch der kritische Zeigefinger muss längst nicht bis nach Katar zeigen. Auch in Deutschland hat man sich an spektakulärer Sportarchitektur versucht - siehe Allianz Arena in München. „Da wollte sich Bayern München auch in der Architektur wiederfinden. So viel anders ist das in Katar nicht“, sagt Bienhaus. Kritik an den WM-Stätten in Katar musste er sich schon des Öfteren anhören - nachvollziehen kann er sie nicht. Themen wie Nachhaltigkeit und Kapazitätsauslastung nach der WM wurden immer in die Planung einbezogen. „Wir wollten nie eine Sportinfrastruktur schaffen, die dann ungenutzt in der Wüste steht.“ Die Standortauswahl ist demnach ein wesentlicher Aspekt bei der Nachhaltigkeit.
Große Chancen
„Schwimmende Stadien“ wie das von Architekt Michael Burt sind laut Bienhaus nur auf den ersten Blick eine Alternative zum Neubau. „Es geht um sehr viel mehr - um Infrastruktur, um Wohnungen. All das löse ich nicht, wenn ich ein Stadion auf einem Schlauchboot ranschleppe.“ Laut Bienhaus würden Städte dadurch eine große Chance vertun. In London wurden gleich mehrere einst schwierige Stadtteile im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 aufgewertet. Ohne hin sei der Stadionbau nur ein sehr kleiner Teil eines sportlichen Großprojekts.
Probleme mit der Nachnutzung gibt es nur, wenn Strukturen geschaffen werden, die nicht auf den lokalen Markt zugeschnitten sind. Deutschland habe das geschafft - in Südafrika ist das nicht gelungen. Bienhaus: „In Katar werden die Stadien an „Entwicklungs-Hotspots“ errichtet und sicher nicht in einer Sackgasse.“ Dennoch bestätigt er, dass Sportprojekte immer schwierige Immobilienprojekte sind. „In der Regel spielen sie nicht ein, was sie kosten. Das ist eine Investition in das Gemeinwesen, die sich nicht hundertprozentig rechnen muss.“
Info-Box: WM-Stadion um 2,2 Milliarden €
„Expect Amazing“ lautet der Slogan der Fußball-WM in Katar. Ein Blick auf die Stadienentwürfe zeigt: Hier wird nicht zu viel versprochen. Drei Stadien werden ausgebaut, neun neu errichtet. Entworfen wurden sie vom deutschen Architekturbüro Albert Speer & Partner. Die Planer versprechen: Wir werden die ersten CO 2-neutralen Stadien der Erde bauen.
Ein Großteil der benötigten Energie soll aus Solartechnik bezogen werden. Die Höchsttemperatur in den Stadien wird 27 Grad nicht überschreiten. „Wir hätten das Projekt nicht gemacht, wenn es nicht ein gescheites Konzept für die Klimatisierung oder auch ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept gegeben hätte“, sagt Axel Bienhaus, Architekt von AS & P (siehe Artikel oben).
Alle Stadien werden innerhalb einer Stunde erreichbar sein - die Wege werden demnach so kurz wie nie zuvor sein. Ein Metro-Netz mit einer Gesamtlänge von 320 Kilometern wird derzeit von der Deutschen Bahn AG geplant und 2021 fertig gestellt sein. Einige Stadien werden auch per Wassertaxi erreichbar sein. Schätzungen zufolge kosten die Stadien zwischen 2,2 und 3 Milliarden €.
Wasserstadion. Warum Sportstätten neu bauen, wenn sie ohnehin nach wenigen Wochen wieder leer stehen, dachte Architekt Michael Burt vom Technion Isreal Institute of Technology. Er hat ein schwimmendes Stadion in Leichtbauweise für bis zu 150.000 Zuschauer entworfen, das auf dem Seeweg zu den Austragungsorten gebracht werden kann. Für die Verbindung zum Land sollen Piers und Pontonbrücken sorgen. Unklar ist freilich, wer das „wieder verwertbare“ Stadion finanziert und zwischen den Events in Schuss hält.
Quelle: Wirtschaftsblatt von Freitag, 14. Oktober 2011; Seite 13
Sonntag, 16. Oktober 2011
Sängerknaben in Kurvenlage #6: Marko Pantelic
Ein Abgang aus dem Bilderbuch...
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Quo vadis, Orf-Sportredaktion?
Michael Roscher beglückte uns gestern Abend wieder mit seinen geistigen Ergüssen. Wie jeder andere Sportkommentator im Öffentlich Rechtlichen halt auch. König, Polzer, Kastner-Jirka, De Ryan. Die Bandbreite ist groß, Qualität rar. Ein brünftiger Schrei, gefolgt von Sekundenlanger Stille. So in etwa wird beim Staatsfernsehen eine Tormöglichkeit kommentiert. Vielleicht sollen aber auch nur Emotionen transportiert werden. Zudem hat es den Anschein, dass niemand von den Genannten großartig Lust auf die „Osttournee“, wie die Reise nach Aserbaidschan und Kasachstan immerwährend im Boulevard benannt wurde - und eben auch im Orf -, hatte; Roscher darf durch aus als Blinder unter den Einäugigen genannt werden. Einzig Rainer „Die Hose“ Pariasek gab sich für die Reise ebenfalls einen Ruck. Analytisch garniert, gestern, durch Mählich und Schinkels. Früher auch schon durch Zsak. Oder eben einem anderen rhetorisch äußerst begabten, aber ehemaligen Ballesterer. Die fachliche Speerspitze wie sonst auch, Schneckerl Prohaska. Wie fachlich aussagekräftig diese Analysen sind, bleibt jedem selbst zu beurteilen, was für einen Aufschließungsgrad er oder sie durch Erklärtes eben hat. Der Grundgedanke der „neuen“ Fußball Arena fortschrittlich. Wobei eher: Zurück in die Zukunft. Eine mittelmäßige Kopie des Hangar-Talks oder Talk und Tore - wobei sich schon diese mühen, sich irgendwie an das Niveau deutscher Fußballdiskussionsformate wie Doppelpass oder der Sportschau heranzutasten - versucht zwanghaft den Fußball auf eine fachlich gehobenere Ebene zu befördern. Zumindest versucht es das Staatfernsehen. Was auf Grund der knappen intellektuellen Spitze im österreichischen Fußball natürlich nur schwierig zu bewerkstelligen ist. Wie der Standard korrekt anmerkt, ist es nur schwer möglich eine konstruktive Teamchefdiskussion in Gang zu bringen, wenn fünf von sieben Beteiligten kategorisch Contra sind. Und sowieso: „Taktik ist überbewertet“, „des jetzt amol aso“. Oder so irgendwie. Über was soll also noch sachlich seriös debattiert werden? Mit Peter Simonischek und Michael Schottenberg, bestimmt zwei herausragende Persönlichkeiten aus dem Schauspiel, lädt man aber bereits in der zweiten Episode einer zwanghaft inszenierten Diskussionsrunde zwei Gäste ein, die mit Fußball genauso viel am Hut haben, wie wohl Andi Ogris mit dem Burgtheater. Insofern hat der Schneckerl mit seinem finalen Augenzwinkern Recht. „Gute Nacht!“
Richter Rasen begrünt polnische Fußballstadien
Deutsch Brodersdorf. Wenn kommenden Sommer die Bilder der Fußball-EM in Polen und der Ukraine übertragen werden, wird darauf auch ein Stückchen Deutsch Brodersdorf zu sehen sein. Denn so manche Rasen läche, die bei der EURO 2012 zum Einsatz kommt, stammt von dort bzw. genau genom en aus Parndorf oder einem Vorort von Bratislava, wo die Richter Rasen GmbH mit Sitz in Deutsch Brodersdorf ihre Anbauflächen hat.
So hat das niederösterreichische Unternehmen bereits die ukrainischen EM-Stadien Kiew, Donezk und Lemberg mit seinem Fertig asen ausgestattet. Aufträge aus Polen sollen noch folgen: "Wir verhandeln derzeit und sind recht zuversichtlich, dass man auch in Polen auf unseren Rasen zurückgreift", sagt Alexander Richter, der den 1906 gegründeten Familienbetrieb in vierter Generation führt.
Holländer am Zug. Derzeit freilich sind in Polen die Holländer am Zug. Sie haben etwa für die Spielarena Danzig Rollrasen geliefert. Richter: "Aber bis zum Frühjahr werden die Polen vielleicht draufkommen, dass der holländische Rasen zwar billiger ist, aber nicht dieselbe Qualität hat." Und dann könnten die Fußballfelder sehr rasch mit Richter Rasen, der laut Eigenangaben von der UEFA als Qualitäts monopolist für Fußballrasen eingestuft wurde, begrünt werden. Richter: "Der Rasen ist im Vergleich zum Hochbau ja günstig. Aber wenn der Rasen nicht stimmt, bringt das einen Imageschaden." Durchschnittlich kostet ein Fußballrasen (inklusive Aufbau und Bodenheizung) zwei Millionen €. Erfahrung in Polen hat das Unternehmen, das etwas mehr als 40 Mitarbeiter zählt, schließlich schon. In der Vergangenheit hat es bereits zwölf polnische Fußballstadien mit Fertigrasen bestückt.
Quelle: Wirtschaftsblatt von Montag, 10. Oktober 2011; Seite 9
Samstag, 8. Oktober 2011
Freitag, 7. Oktober 2011
Sängerknaben in Kurvenlage #5: Johann Krankl
Noch vor Cordoba veröffentlichte Johann K. seine ersten Scheiben. In dem Interview philosophiert der eventuell noch werdende Wirtschaftssoziologe in Selbstreflexion über die Bedeutung des Geldes und die damit einhergehenden materialistische, wie soziale Statusaufwertung.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Die Bundesliga plant die Energiewende
Nach Jahren des Zögerns investieren deutsche Fußballklubs verstärkt in Umwelttechnik für ihre Sportstätten.
Ingmar Höhmann. Köln. Der Anlagenbauer Imtech hat Platz eins im Blick. Das Hamburger Unternehmen will das Stadion des HSV zur energieeffizientesten Arena der Fußballbundesliga machen. Seit 2010 ist Imtech Namenssponsor der Sportstätte - und hat diese auf Energieeffizienz getrimmt: Eine bessere Rasenheizung, neue Lampen und moderne Gebäudetechnik helfen nun beim Stromsparen. Binnen acht Monaten sank der Energieverbrauch um 35 Prozent. Für den HSV rentiere sich das Projekt nach zwei bis drei Jahren, sagt Rolf-Jürgen Merz, Direktor des Kompetenzzentrums Stadion- und Arenatechnik bei Imtech. „Jeder Stadionbetreiber, der das wirtschaftliche Potenzial beim Energiesparen nicht erkennt, lässt richtig Geld liegen.“
Ein grünes Stadion im hohen Norden - bei den Betreibern von Sportstätten stößt das HSV-Projekt auf Interesse. Diese Woche beginnt Imtech mit der Modernisierung der Mercedes-Benz Arena des VfB Stuttgart, bei weiteren großen Stadien stehen die Verhandlungen vor dem Abschluss.
Solarmodule auf dem Stadiondach. „Das Thema steht bei Vereinen und Kommunen ganz oben auf der Liste“, sagt Joachim Thomas, Vorsitzender der Vereinigung deutscher Stadionbetreiber. Ein Vorzeigeprojekt ist die neue Coface Arena in Mainz: Hier ist etwa Wärmerückgewinnung von Anfang an Teil der Planung, auf dem Stadiondach stehen 11000 Solarmodule. Ein Vorreiter in Sachen Energieeffizienz ist der FC Augsburg, der seine SGL Arena bereits 2007 umbauen ließ.
Dass sich Investitionen in ältere Stadien so rasch amortisieren zeigt auch, dass Energieeffizienz lange keine große Rolle spielte. „Im WM-Jahr 2006 hatte Deutschland zwar die funktionalsten, aber nicht die effizientesten Arenen der Welt“, sagt Natalie Eßig, Leiterin der Arbeitsgruppe Sportstättenbau bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). „Beim Bau standen die Themen Umwelt und Energie nicht im Mittelpunkt. Viel wichtiger war es etwa, die Stadien rechtzeitig fertigzustellen.“
Dabei gab es schon Vorbilder: Die Olympischen Spiele 2000 in Sydney hatten Maßstäbe gesetzt. Solardächer lieferten Strom, Energiesparlampen waren Standard und Wassertanks speicherten Regen. „Wer ein Stadion nachhaltig betreiben will, muss mehr tun als einen Ökostromanbieter wählen", sagt Eßig. "Dazu zählen umweltfreundliche Baumaterialien, wassersparende Armaturen, der Verzicht auf beheizte Außensitze und eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung.“
Weil Standards fehlen, lässt sich eine aussagekräftige Ökobilanz von Stadien bislang nicht ermitteln. Die DGNB will Abhilfe schaffen und arbeitet an einem Siegel für nachhaltige Sportstätten. Auch Verbände helfen weiter. Der Landessportbund Hessen berät Klubs und Kommunen beim Betrieb ihrer Sportstätten in Energie- und Umweltfragen. Für die Finanzierung von Umbauten bietet das Land Fördermittel.
Der Versorger Mainova hat auch für die Fans ein Angebot. In der Tiefgarage der Commerzbank-Arena von Zweitligist Eintracht Frankfurt hat er zwei Tankstellen für Elektroautos eingerichtet. Besucher können hier ihre Autobatterie mit Ökostrom aufladen. Für Mainova ist die Aktion auch Werbung für die jüngst verlängerte Partnerschaft mit der Eintracht. Seit Juli versorgt das Unternehmen die Arena mit Strom, Gas und Wasser - nach eigenen Angaben komplett CO2-neutral.
Quelle: Handelsblatt von Donnerstag, 06.Oktober 2011; Seite 52
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