Dienstag, 10. Januar 2012
Bien[re]venue à Londres!
Er kann’s also doch noch. Der Star meiner Jugend. Nicht nur einmal nötigte ich meinen Vater dazu, in das sommerliche Bad Waltersdorf zu fahren, wo der FC Arsenal seine Saisonvorbereitung absolvierte. Und dann kam tatsächlich das eine Mal. Da kommt er lächelnd und in Flip-Flops aus den Umkleiden und bevor er in den bereitstehenden klimatisierten Bus steigt, der die Spieler die vielleicht fünfhundert Meter vom Trainingsplatz ins Hotel bringen soll, nimmt sich das Idol die Zeit und bekritzelt mit schwarzem Filzler ein jungfräulich weißes Blatt Papier und verschwindet im Gefährt hinter verdunkeltem Glas. Der Moment für die Ewigkeit. Später das Finale von Paris. Dann der Wechsel zu Barcelona. Da war meine kindliche Leidenschaft schon etwas geschwunden. So ganz konnte ich den Transfer aber nicht verstehen. Er wollte doch bis an sein Lebensende für Arsenal spielen. Oder zumindest bis ans Ende seiner Karriere. Vielleicht doch nur ein weiterer Phrasen dreschender Wappenküsser? Doch gestern dieser typische Schlänzer ins lange Eck. Wie früher. Doch fünf Jahre später. Der Jubel sagte mehr als tausend Worte. Willkommen zurück, Thierry Henry. Zumindest für acht Wochen.
Donnerstag, 5. Januar 2012
Internetfirmen pokern um Fußball-Rechte
Yahoo zeigt Interesse an der Bundesliga, Apple und Google wollen angeblich britische Spiele übertragen.
Siebenhaar, Hans-Peter
Hans-Peter Siebenhaar Düsseldorf Führende Internet-Konzerne drängen in das Geschäft mit Fußball-Übertragungen. So pokert der krisengeschüttelte Internetkonzern Yahoo um die Rechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14 für die nächsten vier Spielzeiten. "Wir sind an allen Highlight-Paketen aus der ersten und zweiten Bundesliga interessiert", sagte Yahoo-Deutschland-Chef Heiko Genzlinger dem Fachmagazin "Sponsors".
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) darf nach einer Entscheidung des Kartellamts im Juni 2011 erstmals ein Rechtepaket anbieten, das am Samstag eine frühe Highlight-Berichterstattung im Internet und auf mobilen Endgeräten ermöglicht. Das will Yahoo nutzen. Allerdings wird die Suchmaschine nicht gegen die ARD im Kampf um die "Sportschau" am frühen Samstagabend antreten. "Wenn die ARD das Paket für die 18.30-Uhr-Sportschau im Free-TV haben will, werden wir als wirtschaftlich getriebenes Unternehmen, das die Kosten refinanzieren muss, keine Chance haben. Es muss alles auch wirtschaftlich Sinn machen", sagt Genzlinger. Realistisch sei für Yahoo daher das Paket ab 21.45 Uhr. Die ARD hatte für die Zusammenfassung zuletzt pro Saison nach Branchenangaben rund 100 Millionen Euro gezahlt, davon 75 Millionen für die "Sportschau". Dieser Preis ist von privaten Konkurrenten über Werbespots nicht refinanzierbar.
Beim Poker um die Live-Rechte wird es der bisherige Rechteinhaber Sky offenbar auch diesmal leicht haben. Denn die DFL hat bislang keine ernstzunehmenden Konkurrenten aufgetan. Sky hatte für die Live-Rechte zuletzt 250 Millionen Euro pro Saison gezahlt.
Yahoo ist aus Geldgründen an den Live-Rechten nicht interessiert. Genzlinger glaubt nicht, dass sich die Fans vor den Computer setzen, um die Spiele in Echtzeit zu genießen. "Wir denken nicht, dass die Mehrheit der Nutzer bereit dafür ist. Wir glauben zwar, dass man mit Live-Rechten Reichweiten generieren kann, aber ich bin Realist. Bei der Frage, ob ich mir Live-Spiele am großen Flat-TV oder am Laptop anschaue, würde ich den Fernseher immer vorziehen."
In Großbritannien sendet Yahoo bereits seit der Spielzeit 2010/11 ab Montag einen vierminütigen Videoclip von der Premier League. Für die Mini-Rechte zahlt der Konzern zehn Millionen Euro pro Spielzeit.
Künftig wollen Internetkonzerne in Großbritannien eine größere Rolle spielen. So ist nach einem Bericht der Zeitung "Daily Mirror" der Elektronikriese Apple an den Übertragungsrechten der britischen Fußball-Liga Premier League interessiert. Der Konzern will damit den Absatz seines bislang wenig erfolgreichen Apple TV und den Verkauf des iPads fördern. Auch die Suchmaschine Google wird als Interessent für die wertvollsten Rechte im britischen Fernsehgeschäft genannt.
Quelle: Handelsblatt von Donnerstag, 05. Jänner 2012; Seite 25
Montag, 2. Januar 2012
Kaputte Knie, gerader Rücken
Im Fußball spiegelt sich in Italien die Lage der Nation: Unter Silvio Berlusconi war er verkommen - dank demütiger Disziplin und einer keimenden Sehnsucht nach Erfolg startet der Calcio eine Renaissance
Simone Farina erlebt eine Saison, die man euphemistisch "durchwachsen" nennen könnte. Er spielt beim AS Gubbio, dem Klub einer Kleinstadt tief in den grünen Hügeln Umbriens, allerhinterste Fußballprovinz, in der sich Wildschwein und Dachs Gute Nacht sagen. In der Hinterwäldler-Mannschaft von Gubbio ist Farina ein kleines Licht in der Abwehr, ein Befehlsempfänger der Abteilung Hauen und Stechen. Einer von denen, die mal vielversprechend waren in der Jugendmannschaft des AS Rom, bevor sie sich mit mehr Einsatz als Talent den Respekt eines sehr bodenständigen Publikums errackern, das Kummer gewöhnt ist.
Im Unterholz des Calcio kämpft Gubbio um den Klassenerhalt in der zweiten Liga und Farina rödelt, damit diese Runde nicht schon seine letzte wird. In den vergangenen Monaten war er dauernd verletzt, die Knie sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, dabei ist er noch nicht mal 30. Für einen wie ihn gibt es keine Karrieresprünge mehr, es winken keine Prämien, keine Pokale und zum Schluss noch nicht mal ein ordentliches Abschiedsspiel.
Und doch ist Simone Farina Italiens Spieler des Jahres. Der Weltmeister Torwart Gianluigi Buffon lobt ihn öffentlich über den grünen Klee und Nationaltrainer Cesare Prandelli hat Farina eingeladen, vor dem Freundschaftsspiel gegen die USA Ende Februar zwei Tage lang mit der Squadra Azzurra zu trainieren. Zur Begründung sagte Prandelli: "Von dem Spieler Farina können wir viel lernen bei unserem Kampf gegen die Omertà." Die Omertà ist das Schweigegebot der Mafia, es war bis vor kurzem ein Wort, das ein italienischer Nationaltrainer nicht in den Mund genommen hätte. Und schon gar nicht wurden zweitklassige Profis zur Nationalmannschaft geladen, nur weil sie "Nein" gesagt hatten.
Der Fall Farina zeigt, dass sich im italienischen Fußball 2011 vieles geändert hat. Auch wenn an der Tabellenspitze der Serie A mit Juventus Turin und dem AC Mailand zwei uralte Bekannte stehen, ist im Calcio kein Stein mehr auf dem anderen.
Farina hatte sich geweigert, als ihn ein alter Bekannter kontaktierte, der es auf dem Platz auch nicht weit gebracht hatte. Jetzt bot der Freund ihm 200 000 Euro an, falls der Spieler von AS Gubbio den Torwart und einen anderen Abwehrspieler dazu anstiften würde, Ende November beim Pokalspiel gegen den Erstligisten Cesena mit Pauken und Trompeten zu verlieren, im Jargon: ein "over". 200 000 Euro sind mehr als das Doppelte von Farinas Brutto-Jahresverdienst, viel Geld für eine Niederlage, die sowieso unvermeidlich schien. Farina sagte: "Vergiss es!" Gubbio verlor später 0:3, ein ehrliches over. Und Simone Farina wurde ein Held. Kaputte Knie und ein gerader Rücken, eine Lichtgestalt der Aufrechten, ein Symbol der Basta-Italiener.
Nach fast 20 Jahren Berlusconismus ist ein Ruck durch das Land gegangen. Wursteln, mauscheln und prassen war gestern, als im Palazzo Chigi noch der Bunga-Bunga-Partylöwe residierte, inzwischen aber sind dort die Bußprediger der Schuldenkrise eingezogen. Der neue Ministerpräsident verzichtet angesichts der leeren Staatskassen auf sein Gehalt, die neue Arbeitsministerin weint öffentlich heiße Tränen, wenn sie die Bürger zu Opfern zwingen muss. Auf Italiens Autobahnen werden neuerdings die größten Karren von der Polizei angehalten. Nicht etwa, weil deren Fahrer zu schnell waren, sondern weil die Polizisten sehen wollen, ob sie sich denn laut Steuererklärung überhaupt soviel PS leisten können. Der Umsatz bei Maserati und Ferrari soll wegen dieser Stichproben bereits dramatisch eingebrochen sein, wer auf sich hält, fährt besser Fiat Panda.
Im Fußball sind die fetten Jahre schon etwas länger vorbei, von der einstigen Glitzerliga der 1980er und 1990er Jahre ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Krise, die den Calcio in seinen Grund- festen erschütterte, begann bereits 2006. Damals zerbrach das Regiment von Luciano Moggi, dem fast allmächtigen Generaldirektor von Juventus Turin. Ein Machtgefüge wie aus einem anderen Fußball-Zeitalter, denn Moggi köderte seine Helfershelfer nicht etwa mit Geld.
Die Manipulation von nachweislich 39 Spielen klappte vielmehr, weil die Akteure sich nahtlos in ein feudalistisches Machtsystem einfügten. Schiedsrichter, Funktionäre und Sportjournalisten unterwarfen sich, weil sie sich davon Vorteile versprachen. Vor allem aber, weil das System Moggi Alternativlosigkeit suggerierte: Nur wenn ihr bei uns mitmacht, könnt ihr Erfolg haben, nur dann zählt ihr zu den Gewinnern. Die Parallelen zum Berlusconismus sind offensichtlich. Dass Moggi abdanken musste, ist einigen unabhängigen Staatsanwälten zu verdanken aber auch dem Umstand, dass von ihm zuletzt immer weniger profitieren konnten. Und dass Italiens oberster Fußball-Drahtzieher außerhalb der Landesgrenzen nicht für voll genommen wurde.
Inzwischen ist Moggi zu fünf Jahren Haft verurteilt und sein ehemaliger Klub Juventus Turin das Symbol für den Calcio im Büßergewand. Nach dem Skandal war Juve 2006 zum ersten Mal in die zweite Liga relegiert worden, drei Weltmeister stiegen damals mit ab. Der Wiederaufbau erwies sich als überaus mühsam, fünf Jahre brauchte der Rekordmeister, um wieder ganz oben zu stehen. Doch die einstigen Hohepriester des "calcio cinico" zeigen sich heute demonstrativ bescheiden. Selbst gegen jene Gegner, die man früher einszunull niederverwaltet hätte, zeigt Juventus einen ehrlich bemühten Kampffußball, der nicht immer schön anzusehen ist aber verbissen einen Punkt nach dem anderen erringt.
So gesehen ist für die Alte Dame, wie so oft in ihrer Geschichte, der Zeitgeist Spielmacher, während die pomadige Attitüde der Konkurrenz von Milan hoffnungslos von gestern scheint. Dort diktiert nun wieder Großvater Berlusconi eine Mannschaftsaufstellung wie in den goldenen 80er Jahren, während die Enkelgeneration bei Juventus dafür gesorgt hat, dass ihr Klub als erster der Serie A eine eigene Arena besitzt. Das neue, überaus moderne Stadion ist fast immer ausverkauft und gilt als zukunftsweisendes Modell für die Konkurrenz. Übrigens ohne Namenswechsel zugunsten eines Versicherungskonzerns, das Alpenstadion durfte Alpenstadion bleiben. Auf den Rängen geht es neuerdings friedlich zu. Durch den kontrollierten Ticketverkauf und die "Tessera del Tifoso" (Dauerkarten und Teilnahme an Auswärtsspielen nur noch mit Fanausweis) sind Stadionrandalen zur Ausnahme geworden.
Während die Politik in Ermangelung von geeignetem Führungspersonal das Zepter an betagte Experten abgeben musste, hat im Fußball der Generationswechsel schon stattgefunden. Eine pragmatische und international ausgerichtete Trainerriege gibt da den Ton an, frei von Dünkel und doch recht erfolgreich. Gerade sind drei italienische Mannschaften ins Achtelfinale der Champions League eingezogen, der AC Mailand, Inter Mailand und völlig überraschend der SSC Neapel - die Neapolitaner warfen Manchester City raus. Die Serie A stellt damit mehr Achtelfinalisten als jede andere europäische Liga. Dahinter stecken viel demütige Disziplin und ein neuer Hunger nach Erfolg. Vom Wiederaufbau im Fußball könnte die Politik eine Menge lernen - nachdem sie den Calcio über Jahrzehnte zum Spielball der eigenen Interessen degeneriert hatte.
Sicher, Milan gehört immer noch Berlusconi und Juventus der Autobauerfamilie Agnelli. Und sicher, in der Provinz agieren Typen wie Lazio Roms Patron Claudio Lotito, der sich kürzlich mit einem Verbandsfunktionär raufte. Es ging ausgerechnet um den Ethikkodex. Oder Neapels Präsident Aurelio De Laurentiis, der seine Kollegen gern öffentlich zum Teufel wünscht, in Wirklichkeit ist seine Wortwahl noch etwas deftiger. Diese Temperamentsbolzen bilden die Rustikal-Fraktion der Serie A, solche Männer gibt es fast überall im europäischen Klubfußball. Die hamletische Grandezza eines Massimo Moratti jedoch, der die Mailänder Internazionale mit dem Enthusiasmus und der Eleganz eines Renaissancefürsten führt - das ist einmalig italienisch.
Der Eigentümerwechsel beim AS Rom diesen Sommer zeigt, dass die Ära der Putzkolonnenpräsidenten (Lotito) und B-Film-Produzenten (De Laurentiis) bald zu Ende sein könnte. Die Roma, vormals im Besitz eines rustikalen lokalen Baulöwen mit besten Verbindungen in den Vatikan, wurde von einer amerikanischen Investorengruppe übernommen. Leute, die Geld haben, es aber unter keinen Umständen und schon gar nicht unter dem Druck von Kurvenrowdys aus dem Fenster hinauswerfen wollen. Die Amerikaner feuerten den altgedienten Roma-Spieler Vincenzo Montella aus seinem Traineramt und heuerten den Spanier Luis Enrique an, der ehemals Barcelonas B-Mannschaft coachte. Luis Enrique stellte zuallererst mal das alternde Roma-Idol Francesco Totti kalt. Zu anderen Zeiten hätte er allein dafür Personenschutz verordnet bekommen, jetzt aber kassierte Rom den Affront ohne großes Murren: Wenn es denn der Sache dienlich ist.
Dass die neue Nüchternheit nicht ganz ohne Glanz sein muss, beweist Cesare Prandelli. Der Norditaliener hatte nach dem Abtritt des Moggi-Vertrauten Marcello Lippi und dessen Desaster bei der WM 2010 (Ausscheiden nach der Vorrunde) die Nationalmannschaft übernommen, inzwischen haben sich die Azzurri vorzeitig und ohne große Mühen für die Europameisterschaft qualifiziert. Das vaterländische Pathos seiner Vorgänger geht Prandelli vollkommen ab, ebenso wie der reaktionäre Defensivfußball alter Schule, den er schon als Mittelfeldspieler bei Juventus hasste.
Bei den Azzurri hat Prandelli bereits eine Reihe alter Zöpfe abgeschnitten und dafür ein Kriterium eingeführt, was bislang nicht nur in der Nationalmannschaft ein Fremdwort war: die Meritokratie. Nicht die Vereinszugehörigkeit und noch weniger die Verbindungen sollen einen Platz bei den Azzurri garantieren, sondern wie gut einer spielt. Und wie korrekt er sich auch außerhalb des Platzes benimmt. Prandelli will Vorbildfunktion statt Star-Allüren. Und er will, dass sich seine Mannschaft nicht nur sportlich engagiert. Deshalb ließ er die Azzurri mitten in Kalabrien trainieren, auf einem Gelände, das zuvor einem Boss der berüchtigten Mafiaorganisation 'Ndrangheta gehörte. "Das war für mich der wichtigste Tag im Jahr 2011", hat der Nationaltrainer erklärt - und das sagt viel über ihn, vor allem aber über Italien. In einem Land, wo einst der Effizienzfußball erfunden wurde, kann der Fußball heute einen Idealismus zeigen, der der Gesellschaft nicht nur in Italien längst abgeht.
Wie aber passt dazu der jüngste Wettskandal, in dem der Spieler Simone Farina zum Helden avancieren konnte? 22 Begegnungen der Serie A sollen verschoben worden sein - möglicherweise. Vielleicht auch weniger. Oder mehr. Noch sind die Ermittlungen recht nebulös, noch gibt es nicht mehr als viele Verdachtsmomente, noch mehr Geraune und ein paar Verhaftungen. Im Zentrum stehen ehemalige oder gerade noch aktive Fußballer, Altstars wie Giuseppe Signori, Provinzhelden wie der kurz vor Weihnachten verhaftete Cristiano Doni, langjähriger Kapitän von Atalanta Bergamo, Nobodys wie Alessandro Zamperini, der nach einem Karriere als Wasserträger in der Serie A und der Premier League dadurch bekannt wurde, dass er einen Sommer lang mit einer Frau flirtete, die als Organisatorin von Berlusconis Partys angeklagt ist. Italien ist ein kleines, ja familiäres Land, die Verbindungen zwischen Politik, Fußball und einer gewissen Halbwelt waren bislang ziemlich offensichtlich und recht überschaubar. Abgehalfterte Profis, die ihre Kontakte zum Fußball nutzen, um mit Hilfe von Wettpaten irgendwie ihren Lebensstandard halten zu können. Früher hätte man gesagt: verkrachte Existenzen. Sie bilden den italienischen Part des Skandals, der erst noch einer werden muss.
Wirklich überraschend ist schon jetzt, dass die Hintermänner nicht aus den einschlägig vernetzten einheimischen Organisationen zu stammen scheinen, sondern aus Ungarn und aus Singapur. Vorbei die Zeiten, als noch die neapolitanische Camorra das Monopol der Schwarzen Wetten hatte. Inzwischen fährt ein Polizist, der soeben den mächtigsten Boss des Camorra in dessen unterirdischem Bunker gefasst hat, nach Deutschland, um dort den verurteilten Wettbetrüger Marijo Cvrtak zu vernehmen. Er erfährt, dass Cvrtak einige der Hintermänner der italienischen Mauscheleien zumindest vom Hörensagen kennt. Die Globalisierung des Wettgeschäfts hat schon längst dazu geführt, dass auch die Manipulationen international geführt werden. Italien ist da nur noch ein Schauplatz unter vielen.
Birgit Schönau
Quelle: Süddeutsche Zeitung von Samstag, 31. Dezember 2011; Seite 35
Dienstag, 27. Dezember 2011
Freitag, 23. Dezember 2011
Wegschalten, Gosch’n halten
Da demütigen die Fürther den großen Rivalen; noch dazu vor dessen eigenem Publikum. Mit Schlusspfiff sprintet die komplette Ersatzbank des Zweitligisten, inklusive Betreuerteam, zur Kurve und feiert mit den Fans. Kurze Zeit halten die Kameras auf die Szenerie. Zwischendurch werden in die Leere blickende Nürnberger Spieler gezeigt. Dann erblickt der Zuseher im Hintergrund unruhig agierende Supporter in der Nürnberger Kurve. Im selben Augenblick werden einem aber wieder Bilder der feiernden Fürther präsentiert. Kurz später noch einmal die enttäuschten Spieler der Heimmannschaft. Plötzlich rennen im Hintergrund maskierte Gestalten durch’s Bild. Wissende Zuseher erkennen auf Grund der Kameraeinstellung, dass die Meute Richtung Sektor der Gästefans in Bewegung ist. Dann zeigt Sky noch einmal kurz die freudigen Fürther und beendet die Übertragung abrupt.
Zeitgleich mit dem Frankenderby setzen sich die Bayern in der Nachspielzeit gegen den Zweitligisten aus Bochum durch. Nur während die Übertragung aus Nürnberg mit dem saloppen Hinweis, dass das Spiel zu Ende sei, prompt abgebrochen wird, wird auf dem Nachbarkanal weiter aus dem Ruhrstadion berichtet, eifrig Spieler interviewt, das gewohnte Prozedere eben.
Tags darauf ist von Nürnberger Fans im Innenraum des Stadions zu lesen. Schadhaft für das „Produkt“, die „Marke“. Doch könnte es Sky nicht gleichgültig sein, ob der FC Nürnberg durch solch Aktionen eigener Fans einen Imageschaden davon trägt oder nicht? Wohl wird dies Vorgabe beteiligter Vereine und Verbände sein. Was jedoch ein qualitatives Armutszeugnis für den Sportjournalismus ist, sich diesem Diktat zu beugen. Seit der Euro 2008 und kroatischer Bengalen aber auch hierzulande nicht ganz fremd…
Zeitgleich mit dem Frankenderby setzen sich die Bayern in der Nachspielzeit gegen den Zweitligisten aus Bochum durch. Nur während die Übertragung aus Nürnberg mit dem saloppen Hinweis, dass das Spiel zu Ende sei, prompt abgebrochen wird, wird auf dem Nachbarkanal weiter aus dem Ruhrstadion berichtet, eifrig Spieler interviewt, das gewohnte Prozedere eben.
Tags darauf ist von Nürnberger Fans im Innenraum des Stadions zu lesen. Schadhaft für das „Produkt“, die „Marke“. Doch könnte es Sky nicht gleichgültig sein, ob der FC Nürnberg durch solch Aktionen eigener Fans einen Imageschaden davon trägt oder nicht? Wohl wird dies Vorgabe beteiligter Vereine und Verbände sein. Was jedoch ein qualitatives Armutszeugnis für den Sportjournalismus ist, sich diesem Diktat zu beugen. Seit der Euro 2008 und kroatischer Bengalen aber auch hierzulande nicht ganz fremd…
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Montag, 19. Dezember 2011
Greek Haircut #5: Axel Witsel & Marouane Fellaini
Dienstag, 13. Dezember 2011
Back in Business…zumindest ein bisschen
Ungeschlagen reiste die Mannschaft von Roberto Mancini an die Stamford Bridge. Die mittwöchentliche Schmach, das frühe Aus in der Champions League, sollte bestmöglich ausgemerzt werden. So begannen die Citizens auch das Top-Spiel am Montagabend. Die Mannen von André Villas-Boas kämpfen indes um den Anschluss an die Tabellenspitze. Der Rückstand auf ManCity beträgt trotz des gestrigen Sieges immer noch sieben Punkte. Und auch Chelsea konnte heuer auf dem internationalen Parkett noch nicht überzeugen; der Aufstieg wurde erst durch einen Heimsieg über Valencia am letzten Spieltag fixiert. Da verfielen die Blues in alte taktische Schemata, standen tief und agierten aus einer halbwegs gut organisierten Defensive - wie unter Mourinho oder Ancelotti. Weil der Plan gegen die Spanier auf ging, gab Villas-Boas auch für das gestrige Spiel selbe Devise aus. Der Abwehrverbund stand tief in der eigenen Hälfte und versuchte spielerisch den Ball nach vorne zutragen. Mancini, wiederum, stellte sein Team darauf hervorragend ein und ließ ein extrem forsches Pressing spielen um die Hausherren schon in der Spieleröffnung zu stören und einen konstruktiven Aufbau zu verhindern. So sahen sich die Abwehrspieler der Londoner noch in der eigenen Spielhälfte phasenweise sieben Citizens gegenüber, die versuchten den Heimakteuren die Kugel abzuluchsen. Was auch sehr gut klappte. Die Außenverteidiger Bosingwa und Cole hatten ihre mühen Probleme und konnte auf Grund des gegnerischen Druckes offensiv so gut wie keine Akzente setzen. Zudem wirkte Chelsea im Spielaufbau ob der gegnerischen Omnipräsenz nervös; ungewohnt viele Abspielfehler und zahlreiche Ballverluste in Zweikämpfen waren die Folge. Dass die Citizens nach einer halben Stunde nicht bereits zwei, drei Tore Vorsprung hatten, war Glück für die Blues. City nutzte Chelseas Defensivfehler gnadenlos, schaltete überfallsartig von Rückwärts- auf Vorwärtsbewegung um und kreierte so zahlreiche Tormöglichkeiten. Aus heiterem Himmel gelang Meireles jedoch glücklich der Ausgleich, nach einer tollen Einzelaktion von Sturridge, der aufmerksam den Ball in den Rückraum spielte, wo der Portugiese, verlassen von Yaya Touré - der bis dato eine engagierte Leistung bot - einschussbereit stand. Bis auf einen Drogba-Schuss, kurz zuvor, war Chelsea offensiv jedenfalls nicht präsent. Sturridge und Mata waren im Angriffsspiel der Blues zwar die Aktivposten, erschienen verglichen mit ihren Pendants Yaya Touré, Milner und allen voran David Silva blass. Besonders der Spanier fiel durch quirlige Dribblings und direktes Passspiel positiv auf und assistierte Balotelli so auch zum 0:1.
Chelsea kam wacher aus der Kabine. Und taktisch umgestellt. Villas-Boas kehrte zu seiner bevorzugten Spielweise zurück und ließ seine Abwehrlinie höher stehen um das Spielgeschehen vom eigenen Tor in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Durch die geringeren Distanzen der Positionen zueinander nahm nun auch das Kurzpassspiel der Londoner Fahrt auf. Die Rollen im zweiten Durchgang waren konträr zur ersten Hälfte. Mancinis Elf trat offensiv nun so gut wie nicht in Erscheinung, stand nun tiefer und formierte mit zwei sich verschiebenden Viererketten ein massives Bollwerk im Zentrum vor dem eigenen Kasten. Zwingende Torchancen konnte das Offensivtrio Mata-Sturridge-Meireles für die Hausherren so nicht generieren, die Außenverteidiger Cole und Bosingwa konnten sich nun aber häufiger ins Angriffsspiel einschalten und zusätzlich für Druck sorgen. Clichys tölpelhafter Platzverweis zwang die Gäste umso mehr in das defensive Korsette. Mancini stellte in der Folge leicht um, nahm den glücklosen Agüero vom Feld und formierte mit Kolo Touré seine Viererkette neu. So wurde einmal mehr klar, wenn City eine verwundbare Stelle hat, ist dies die Abwehr. In den letzten sieben Ligabegegnungen kassierte Roberto Mancinis Team stets mindestens ein Tor. Lediglich der Belgier Kompany erwies sich gestern als Fels in der Brandung und strahlte zunehmend Sicherheit aus. Das Remis hätte den Blues nicht wirklich geholfen, einen nicht unumstrittenen Elfmeter verwandelte der eingewechselte Lampard jedoch kurz vor dem Schlusspfiff zum nicht unverdienten Sieg. Und mit seinem wappenküssenden Torjubel nahm er wohl auch allen Wechselgerüchten den Wind aus den Segeln.
Chelsea kam wacher aus der Kabine. Und taktisch umgestellt. Villas-Boas kehrte zu seiner bevorzugten Spielweise zurück und ließ seine Abwehrlinie höher stehen um das Spielgeschehen vom eigenen Tor in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Durch die geringeren Distanzen der Positionen zueinander nahm nun auch das Kurzpassspiel der Londoner Fahrt auf. Die Rollen im zweiten Durchgang waren konträr zur ersten Hälfte. Mancinis Elf trat offensiv nun so gut wie nicht in Erscheinung, stand nun tiefer und formierte mit zwei sich verschiebenden Viererketten ein massives Bollwerk im Zentrum vor dem eigenen Kasten. Zwingende Torchancen konnte das Offensivtrio Mata-Sturridge-Meireles für die Hausherren so nicht generieren, die Außenverteidiger Cole und Bosingwa konnten sich nun aber häufiger ins Angriffsspiel einschalten und zusätzlich für Druck sorgen. Clichys tölpelhafter Platzverweis zwang die Gäste umso mehr in das defensive Korsette. Mancini stellte in der Folge leicht um, nahm den glücklosen Agüero vom Feld und formierte mit Kolo Touré seine Viererkette neu. So wurde einmal mehr klar, wenn City eine verwundbare Stelle hat, ist dies die Abwehr. In den letzten sieben Ligabegegnungen kassierte Roberto Mancinis Team stets mindestens ein Tor. Lediglich der Belgier Kompany erwies sich gestern als Fels in der Brandung und strahlte zunehmend Sicherheit aus. Das Remis hätte den Blues nicht wirklich geholfen, einen nicht unumstrittenen Elfmeter verwandelte der eingewechselte Lampard jedoch kurz vor dem Schlusspfiff zum nicht unverdienten Sieg. Und mit seinem wappenküssenden Torjubel nahm er wohl auch allen Wechselgerüchten den Wind aus den Segeln.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Weitere Endspiele
Im Fernduell bekämpfen sich heute Abend Olympique Lyon, auswärts bei Dinamo Zagreb, und Ajax Amsterdam, im Heimspiel gegen Real Madrid, um den zweiten Platz in Gruppe D um noch hinter den königlichen Madrilenen in das Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Der Mannschaft von Rémi Garde reicht heute nur ein Kantersieg in der kroatischen Hauptstadt. Außerdem muss Real die AmsterdamArenA einnehmen und ebenfalls einen Sieg feiern. Je höher dieser ausfällt, desto besser für Lyon. OL muss auf Ajax nämlich deren sieben Tore aufholen, da beide Duelle mit dem niederländischen Rekordmeister jeweils in Nullnummern endeten. All zu große Erwartungen sollten die Franzosen jedoch nicht hegen, wird der Fokus für die bereits fix für das Achtelfinale qualifizierten Madrilenen wohl auf den am Samstag stattfindenden Clasico liegen. Zumal Pep Guardiola gestern im sportlich wertlosen Spiel gegen Borisov krasse vierzehn Änderungen in seinem Kader vornahm und Stars wie Messi, Xavi und Iniesta einen freien Tag gönnte. Andererseits möchte der ehrgeizige Jose Mourinho seine bislang blütenweise Weste sicherlich nicht mit einer Niederlage beflecken. Ein Unentschieden würde den Niederländern aber auch schon genügen. Weiters fallen bei OL Bastos, Vercourte und Tafer aus. Ein Sieg sollte für die Equipe von Rémi Garde zwar durchaus drinnen sein, Dinamo wird sich aber mit aller Härte aus dem diesjährigen Europacup und von seinem Publikum verabschieden wollen und endlich die ersten Punkte fixieren. Ein frühzeitiges Ausscheiden in der Gruppenphase wäre für die Gons seit der Saison 2002/03 eine Premiere und würde den auf Grund des verpatzten Saisonstarts bereits angezählten Trainer Garde einen weiteren Nackenschlag verpassen. Dieser betonte gegenüber der Zeitung Equipe allerdings, trotz aller negativen Voraussetzungen im Stadion Maksimir gewinnen zu wollen, da es auch bei einem eventuellen Ausscheiden für die Ligaleistung wichtig wäre die Dynamik der zuletzt zwei aufeinanderfolgenden Siege über Toulouse und Auxerre aufrechtzuerhalten.
Ein weiteres klangvolles Fernduell am heutigen Champions-League-Abend lautet ManCity gegen Napoli. In Gruppe B duellieren sich die europäischen Leichtgewichte Lille und Trabzonspor um den Aufstiegsplatz neben Inter Mailand. Die Moskowiter von ZSKA könnte aber zum lachenden Dritten avancieren, spielen Franzosen und Türken remis. Am St. Jakobs Park herrscht unterdessen schon seit Tagen gewaltige Euphorie, da das heutige Duell gegen Kaliber Manchester United ein Endspiel darstellt und sich der Schweizer Meister auf Grund des heroischen 3:3 von Old Trafford berechtigter Weise Hoffnungen macht.
Ein weiteres klangvolles Fernduell am heutigen Champions-League-Abend lautet ManCity gegen Napoli. In Gruppe B duellieren sich die europäischen Leichtgewichte Lille und Trabzonspor um den Aufstiegsplatz neben Inter Mailand. Die Moskowiter von ZSKA könnte aber zum lachenden Dritten avancieren, spielen Franzosen und Türken remis. Am St. Jakobs Park herrscht unterdessen schon seit Tagen gewaltige Euphorie, da das heutige Duell gegen Kaliber Manchester United ein Endspiel darstellt und sich der Schweizer Meister auf Grund des heroischen 3:3 von Old Trafford berechtigter Weise Hoffnungen macht.
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Dienstag, 6. Dezember 2011
Endspiel im Dezember
Zum Zünglein an der Waage könnte die Mannschaft von Mario Been avancieren. Kampflos möchte sich der belgische Meister heute Abend gewiss nicht aus dem Europacup verabschieden. Zumal gegen Valencia und Chelsea auf heimischem Terrain sogar remisiert werden konnte. Robin Dutts Mannen seien jedenfalls gewarnt, auch wenn es für die Limburger in den letzten drei Partien eins mächtig auf die Mütze gab und elf Trümmer kassiert wurden. Die Werkself ist mittlerweile seit 1. November ungeschlagen. Einen Bärenanteil an dieser Serie hat sicherlich der Schweizer Eren Derdiyok, der in den drei Begegnungen gegen Chelsea, Hertha und Hoffenheim fünf Treffer markierte. Eindrucksvoll natürlich der Hattrick im Berliner Olympiastadion, der die Bayer-Elf zwischenzeitlich sogar auf die Siegerstraße brachte. Ein Sieg ist für die Rheinländer ob des momentanen ersten Ranges dennoch Pflicht; bei einer Niederlage und einem Remis im Parallelspiel wäre die Werkself nämlich aus dem Bewerb. Dass sich Chelsea in dieser Gruppe E gar so schwer tun und erst am letzten Spieltag die Entscheidung fallen würde, konnte nicht erwartet werden. Die offensive Philosophie von André Villas-Boas, der seit diesem Sommer das Traineramt an der Stamford Bridge bekleidet, konnten die Spieler bislang noch nicht vollends verinnerlichen. Wie schon beim FC Porto legt AVB Wert auf eine sehr moderne, attraktive Spielweise. Das größte Manko bisher ist jedoch die hochstehende Abwehrkette, welche gegnerischen Angreifern viel Platz ermöglicht um Geschwindigkeit aufzunehmen und Pässe in die Nahtstellen in gefährliche Tormöglichkeiten umzumünzen. Ein Fakt, den Valencias Coach Unai Emery heute sicherlich bedenkt und wofür er mit Roberto Soldado den perfekten Stürmer für eine solche Spielweise am Blankett stehen hat.
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Bis zur Torlinie und nicht weiter
Selbst den Zeitungen dürfte die Lust vergangen sein zu betonen, dass Peter Schöttel im x-ten Spiel die x-te verschiedene Startformation ins Rennen um Punkte schickte. Wenn auch in Kapfenberg wieder mit etlichen Personalien jongliert wurde, das taktische Grundkonzept dürfte der Rekordrapidler nach gut der Hälfte der Meisterschaft gefunden haben. Dass Rapid ohne Europacupbelastung gegen den Stadtrivalen, Meister oder Krösus aus Salzburg die Nase schon zu Beginn der Saison vorne haben wird, hofften viele. Der Trainerwechsel und sicherlich auch wieder der ein oder andere Spielerverkauf fielen jedoch schwerer ins Gewicht als anfangs vermutet. Aus der Krise dürften sich die Grün-Weißen mittlerweile gekämpft haben, wenn sie überhaupt jemals dort waren. Auch in den Anfangsmonaten Schöttels Vorgänger Pacult und Hickersberger überzeugte Rapid nicht gerade mit meisterlichen Leistungen. Und gefeit von Krankheit und Verletzung waren die Hütteldorfer im Herbst auch nicht gerade. Diesmal erlag Außenstürmer Christopher Trimmel und Außenverteidiger Michael Schimpelsberger der Grippe.
Weil Christopher Drazan eine Sperre absaß, musste Schöttel die komplette Flügelzange wechseln; die Ersatzmänner Burgstaller und Alar hegten in den Anfangsminuten große Erwartungen, dass der - einer von vielen - Tabellenführer das Schlusslicht förmlich fressen würde. Neo-Trainer Thomas von Heesen rotierte gegenüber der 0:6-Pleite vom letzten Wochenende aber im großen Stil und ließ nur drei Spieler auf deren Position. Der Trainerwechsel und die angesprochene Niederlage sollten bei den Kapfenbergern Kräfte freisetzen, um sich gegen den Abstieg weiter zu wehren. Weiters ersetzte im Hütteldorfer Mittelfeld der wieder einmal aufopferungsvoll kämpfende Kulovits den ebenfalls gesperrten Finnen Heikkinen.
Insgesamt war das Spiel von einem ansehnlichen Tempo geprägt, wobei sich der Tabellenletzte nicht versteckte und dank einer schwammigen Rapid-Defensive durch Tieber und Gregoritsch im ersten Durchgang zu zwei hoffnungsvollen Schussmöglichkeiten kam. Ersterer schloss jedoch zu hektisch ab, gegen Zweiteren konnte Königshofer aus kurzer Distanz toll parieren. Die rechte Abwehrseite war auf Grund des offensiv agierenden Thonhofer etwas löchrig; zudem strahlte Sonnleitner bei mehreren Duellen nicht sehr viel Sicherheit aus. Wegen einer Gesichtsverletzung musste Hofmann bereits früh vom Feld und wurde von Gartler ersetzt, der kurz vor dem Pausenpfiff alleine auf Schlussmann Wolf zu lief, jedoch im Abschluss zu locker agierte. Ein Schuss von der Strafraumgrenze von Prager und ein Stangelpass von Burgstaller stellten weitere nennenswerte Offensivmomente der Wiener dar, strahlten aber nur bedingt Gefahr aus. Dass Hofmann schon früh aus dem Spiel genommen wurde, tat der Hütteldorfer Kreativität einen jehen Abbruch, zumal Burgstaller nach wie vor über die Flanken agierte - und mit Alar immer wieder rouchierte - und Gartler im Zentrum nur gelegentlich spielerische Akzente setzten konnte.
Im zweiten Durchgang bemühten sich die Gäste aus Wien den direkteren Abschluss zu suchen, was zahlreiche Chancen belegen. Lediglich die Effizienz im Verwerten der Möglichkeiten bleibt zu bekritteln, was jedoch bereits seit Monaten ein Problem des Rekordmeisters darstellt. Kapfenberg stand nun tief und konnte nur noch einen einzigen Entlastungsangriff in der zweiten Spielzeit setzen, Elsnegs Schuss konnte aber vom tadellosen, aber unterbeschäftigten Königshofer entschärft werden. Prager interpretierte im zweiten Durchgang die Rolle als Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive nicht schlecht und tauchte sogar mehrmals im gegnerischen Strafraum auf. Zudem orientierte sich Alar durch Soli immer wieder in das Spielfeldzentrum und riss so Räume für den aufrückenden Thonhofer auf. Überhaupt agierten beide Außenverteidiger ungewohnt offensiv. Dass Salihis vergebener Sitzer knapp vor Schluss der peinliche Gipfel der Inneffizienz ist, muss wohl nicht weiter erläutert werden. Das spielerische Attribut war bei den Gästen trotz des Ausfalls der kompletten Stammbesetzung im offensiven Mittelfeld vorhanden. Dass in den Schlussminuten hauptsächlich nur noch mit hohen Bällen operiert wurde, der lange Nuhiu jedoch zwanzig Minuten zuvor von Trainer Schöttel zum Duschen geschickt wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar. Dass am Samstagabend aber auch die restlichen drei Tabellenführer nicht über ein Remis hinauskamen, lässt die Hütteldorfer trotz dieses Unentschiedens weiterhoffen, um an der Tabellenspitze überwintern zu können.
Weil Christopher Drazan eine Sperre absaß, musste Schöttel die komplette Flügelzange wechseln; die Ersatzmänner Burgstaller und Alar hegten in den Anfangsminuten große Erwartungen, dass der - einer von vielen - Tabellenführer das Schlusslicht förmlich fressen würde. Neo-Trainer Thomas von Heesen rotierte gegenüber der 0:6-Pleite vom letzten Wochenende aber im großen Stil und ließ nur drei Spieler auf deren Position. Der Trainerwechsel und die angesprochene Niederlage sollten bei den Kapfenbergern Kräfte freisetzen, um sich gegen den Abstieg weiter zu wehren. Weiters ersetzte im Hütteldorfer Mittelfeld der wieder einmal aufopferungsvoll kämpfende Kulovits den ebenfalls gesperrten Finnen Heikkinen.
Insgesamt war das Spiel von einem ansehnlichen Tempo geprägt, wobei sich der Tabellenletzte nicht versteckte und dank einer schwammigen Rapid-Defensive durch Tieber und Gregoritsch im ersten Durchgang zu zwei hoffnungsvollen Schussmöglichkeiten kam. Ersterer schloss jedoch zu hektisch ab, gegen Zweiteren konnte Königshofer aus kurzer Distanz toll parieren. Die rechte Abwehrseite war auf Grund des offensiv agierenden Thonhofer etwas löchrig; zudem strahlte Sonnleitner bei mehreren Duellen nicht sehr viel Sicherheit aus. Wegen einer Gesichtsverletzung musste Hofmann bereits früh vom Feld und wurde von Gartler ersetzt, der kurz vor dem Pausenpfiff alleine auf Schlussmann Wolf zu lief, jedoch im Abschluss zu locker agierte. Ein Schuss von der Strafraumgrenze von Prager und ein Stangelpass von Burgstaller stellten weitere nennenswerte Offensivmomente der Wiener dar, strahlten aber nur bedingt Gefahr aus. Dass Hofmann schon früh aus dem Spiel genommen wurde, tat der Hütteldorfer Kreativität einen jehen Abbruch, zumal Burgstaller nach wie vor über die Flanken agierte - und mit Alar immer wieder rouchierte - und Gartler im Zentrum nur gelegentlich spielerische Akzente setzten konnte.
Im zweiten Durchgang bemühten sich die Gäste aus Wien den direkteren Abschluss zu suchen, was zahlreiche Chancen belegen. Lediglich die Effizienz im Verwerten der Möglichkeiten bleibt zu bekritteln, was jedoch bereits seit Monaten ein Problem des Rekordmeisters darstellt. Kapfenberg stand nun tief und konnte nur noch einen einzigen Entlastungsangriff in der zweiten Spielzeit setzen, Elsnegs Schuss konnte aber vom tadellosen, aber unterbeschäftigten Königshofer entschärft werden. Prager interpretierte im zweiten Durchgang die Rolle als Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive nicht schlecht und tauchte sogar mehrmals im gegnerischen Strafraum auf. Zudem orientierte sich Alar durch Soli immer wieder in das Spielfeldzentrum und riss so Räume für den aufrückenden Thonhofer auf. Überhaupt agierten beide Außenverteidiger ungewohnt offensiv. Dass Salihis vergebener Sitzer knapp vor Schluss der peinliche Gipfel der Inneffizienz ist, muss wohl nicht weiter erläutert werden. Das spielerische Attribut war bei den Gästen trotz des Ausfalls der kompletten Stammbesetzung im offensiven Mittelfeld vorhanden. Dass in den Schlussminuten hauptsächlich nur noch mit hohen Bällen operiert wurde, der lange Nuhiu jedoch zwanzig Minuten zuvor von Trainer Schöttel zum Duschen geschickt wurde, ist nicht ganz nachvollziehbar. Dass am Samstagabend aber auch die restlichen drei Tabellenführer nicht über ein Remis hinauskamen, lässt die Hütteldorfer trotz dieses Unentschiedens weiterhoffen, um an der Tabellenspitze überwintern zu können.
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